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Arbeitslosigkeit
Komitee der Arbeitslosen und Armutsbetroffenen
Comité des chômeurs e precaires
Comitato degli disoccupati e precari
Trend Arbeitsmarkt
Die Arbeitsmarktsentwicklung und -politik steht seit 1990 auch in der Schweiz  unter folgenden Trends:
1.
Abbau und Kürzung des Versicherungsschutzes: die Arbeitslosen sollen barfuss auf den Arbeitsmarkt geschickt werden.
2.
Umfunktionieren der nach BV vorgeschriebenen "Massnahmen zur Verhütung und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit" in ein System von amtlichen Kontroll- und Zwangsmassnahmen gegen die Arbeitslosen.
3.
Autoritative Neuregelung des Arbeitsmarkts.
4.
Massenhafte und systematische Verdrängung von ordentlicher Beschäftigung durch prekäre Anstellungen.
5.
Schaffung eines inferioren, "zweiten Arbeitsmarkts" mit Sonderstatus (Rechtlose und Entrechtete aller Art, Illegalisierte)
6.
Entziehung der Arbeitsmarktbehörden aus jeder demokratischen Kontrolle (RAV statt Gemeindearbeitsämter usw.).
Insgesamt haben diese Tendenzen die Stellung der Lohnabhängigen seither massiv verschlechtert. In den letzten Jahren werden sie nochmals erheblich angetrieben, indem die Kapitalseite mithilfe der EU-Osterweiterung und entsprechenden Rechtsnormen im Landesrecht oder auf EU-Ebene (z.B. Bolkenstein-Richtlinie) alles tut, um unsere Arbeitskraft der schärfsten Lohnkonkurrenz auszusetzen. Das ist auch das Umfeld, in welchem es einem Baumeisterverband einfällt, den Gesamtarbeitsvertrag auszuhebeln.
Sowohl die Arbeitslosen hier wie auch die Lohnabhängigen aus dem Ausland werden rigorosen Kontrollen und Vorschriften unterworfen. Beiden werden gewisse Rechte vorenthalten. Beide werden überdurchschnittlich stark beobachtet. Beide spielen in den Medien die Rolle von Sündenböcken. Und schliesslich in unserem Zusammenhang das Entscheidende: Beide lassen sich dazu verwenden, das Lohngefüge auf unserem Arbeitsmarkt zu unterminieren.
Arbeitslose riskieren eine Sanktion (RAV-Verfügung), wenn sie das Angebot einer Anstellung zu Dumpinglöhnen ausschlagen. Da sie aber dem RAV monatlich so und soviele Bewerbungen nachweisen müssen, kommt es dazu, dass sie bei jeder ausgeschriebenen Stelle mit dabei sind und die Lohnverhandlungen durch ihre erzwungenen Tieflohnangebote mitbeeinflussen.
Im Mechanismus verschieden, aber im Ergebnis gleich, wirkt unter heutigem Recht auch die Konkurrenz aus Osteuropa. Was das Lohndumping hervorbringt, ist nicht die Zahl der ausländischen Arbeiter, es ist ihre Rechtlosigkeit. Es ist die Angst, entdeckt zu werden, die den sans-papier dazu veranlasst, die krassesten Formen der Ausbeutung hinzunehmen.
Wir sind entschieden gegen jede Zersplitterung des Arbeitsmarkts und Schaffung von zweiten, dritten und vierten Arbeitsmärkten mit unterschiedlichen Rechten.
Auch im Arbeitslosenrecht müssen Beschäftigungsprogramme und ähnliche Massnahmen nach Artikel AVIG 59  dem normalen Arbeitsverhältnis in jeder Weise gleichgestellt werden.
Möchten Sie eine gratis Arbeitskraft?
"Ein Berufspraktikum ist eine Massnahme der Arbeitslosenversicherung in Form einer vorübergehenden Beschäftigung." So umschreibt die Seite "Treffpunkt-Arbeit" diese Geissel der arbeitslosen Jugend.
Während des Praktikums zahlt die Versicherung das Taggeld weiterhin aus. Nur 25% davon stellt sie dem Ausbeuter des Praktikanten in Rechnung.
Wer sich nicht blind stellt, der sieht sofort, wohin dieses System führen will und muss.
Das ist geradezu eine Einladung an Arbeitgeber, dass sie ja nicht etwa auf die Idee kommen, einem jungen Angestellten einen halbwegs anständigen Lohn zu offerieren, mit dem er sich und seine Familie bis in die vierte Monatswoche durchschlagen kann.
Man macht es den Arbeitgebern sehr leicht. Die Arbeitslosen werden ihnen mit der Peitsche zugetrieben. Sie müssen solche "Praktika" annehmen oder riskieren schwere Sanktionen. Der Betrieb erspart sich die Bezahlung des Lohnes.
Jeder weiss, dass die Arbeitslosen und Armutsbetroffenen überwacht, schikaniert und ausspioniert werden, dass ihre persönlichen Verhältnisse ausbreiten und jeden Schritt und Tritt auf dem Arbeitsmarkt mit Formularen nachweisen müssen.
Wie leicht es geht, wenn sich ein Betrieb die Lohnkosten sparen und um ordentliche Löhne drücken will, kann man aus dem Formular für den Arbeitgeber sehen: man kann es herunterladen und sich ansehen:
Das SECO verfälscht die Arbeitslosenstatistik
Die Arbeitslosigkeit in der Schweiz wird monatlich durch das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO massiver schön gefärbt. Die Statistik des SECO  gibt nur die bei den RAV's registrierten Arbeitslosen wieder.
Ebenfalls gibt es sehr viele Arbeitslose, die oft zu miesen Bedingungen einem Zwischenverdienst ohne feste Anstellung nachgehen, damit sie die Rahmenfrist der Arbeitslosenversicherung verlängern können. Auch diese Personen sind eigentlich arbeitslos - werden aber vom Seco nicht als solche erfasst.
Die Zahl der übrigen Stellensuchenden, die nirgens registriert sind, kann man nur abschätzen. Die annonyme Arbeitslosigkeit in der Schweiz ist zahlenlos. Das SECO könnte aber diese Zahl genau eruieren, wenn es nur wollte. Ohne grossen Aufwand über die AHV-Kassen. Aber scheinbar hat die schweizerische Öffentlichkeit kein Recht, die wahren Arbeitslosenzahlen zu kennen.
Wann wird die Arbeitslosenstatistik der Arbeitslosen in der Schweiz endlich den Tatsachen ensprechend veröffentlicht? Welche Politker sind ehrlich und rügen das SECO?
11/9/09
Neue Sozialversicherung
Das Denknetz lanciert eine dringliche und elegante Idee: die Schaffung einer Allgemeinen Erwerbs-versicherung AEV.
Warum? Wie soll sie aussehen? Wie lässt sie sich bezahlen? Mehr ...
Der Club sf.tv 16/6/09
Mit 50 gefeuert nie mehr Arbeit?
Die Zahl der Arbeitslosen soll in der Schweiz bis Ende 2010 auf 300‘000 steigen. Besonders hart trifft es die älteren Arbeitnehmer. Was bedeutet es, mit 50 den Job zu verlieren? Gibt es für diese Altersgruppe eine reelle Chance, nochmals Arbeit zu finden? Wie wirken sich Unsicherheit und Angst auf die Gesundheit aus? Was bleibt im Leben, wenn die Arbeit fehlt? Video - Club

www.nein-aavig.ch/www.non-dlaci.ch

Von Arbeitslosen und Obdachlosen in den USA
23/2/09